7000 Eichen -ein Kunstwerk lebt

 

Nachlese zu einem Geschichte-Kunst-Projekt

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(Stella Becker)

Beuys’  7000 Eichen, ein Kunstwerk das wirklich lebt, ist nur den wenigsten bekannt, obwohl es in nächster Nähe für alle gut sichtbar „ausgestellt“ ist.

Wenn man durch Kassel spaziert, so entdeckt man oft Bäume mit jeweils einem Granitstein darunter. Sie stehen allein oder in Gruppen, schmücken die Gegend, spenden Schatten … Nichts Besonderes denkt sich mancher. Dass es sich hierbei um eines der wohl lebendigsten und langlebigsten Kunstwerke Deutschlands handelt, ahnt man nicht

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Als wir, 21 Schüler der 11. Klassen, uns in der diesjährigen Projektwoche für das Projekt „7000 Eichen“    einwählten, wussten die meisten gar nicht so recht, was uns erwarten würde.

Die Kurzinformation durch Frau Mertens einige Tage vor Beginn der eigentlichen Arbeit brachte dann etwas Karheit und erhöhte die Spannung. Am ersten Tag der Melanchthontage beschäftigten wir uns zunächst mit Joseph Beuys, seinem Anliegen und seinem Schaffen,  mit der Bombennacht in Kassel im Oktober 1943 und mit der Entstehung des documenta-Projekts von 1982 „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“.

Um noch tiefer in die Thematik einzusteigen fuhren wir am nächsten Tag gemeinsam nach Kassel, wo uns Herr Volker Stockmeyer (Vorsitzender der Stiftung 7000 Eichen) und zwei seiner Mitstreiter (Frau Elke Bockhorst und Herr Hans-Ulrich Plaßmann) noch viele weiter Informationen lieferten. Bei einer kleinen Führung durch Kassels Innenstadt haben wir „unser Kunstwerk“ kennengelernt. Außerdem erhielten wir die Möglichkeit, im documenta-Archiv Material zu sichten und für unsere kleine Ausstellung, die am letzten Projekttag gezeigt wurde, aufzuarbeiten.

Nach einer kurzen Mittagspause (in der unsere Fotografen weiter arbeiteten…) besuchten wir die Ausstellung „FRONTERA“ der mexikanischen Künstlerin Teresa Margolles  im Fridericianum. Sie zeigt in ihren Ausstellungen das Gesicht des seit Jahren tobenden Drogenkrieges in Mexiko.

 Margolles hat eine sehr grenzwertige Art, ihre Gefühle auszudrücken. Grenzwertig, aber sehr beeindruckend, wenn einem, so wie uns, die Hintergründe erläutert werden. In dieser Ausstellung verstanden wir das Anliegen moderner Kunst (wenigstens zum Teil…). Mit Beuys und Margolles lernten wir zwei Künsler kennen, welche uns zeigten, dass Kunst nicht nur das ist, was wir als Bilder an der Wand oder Skulptur sehen, sondern dass Kunst verändern will ..  und das ist mit diesm Projekt gelungen.

Am Ende stand die einhellige Meinung, dass das Kunstwerk auch durch uns weiterleben kann … und wird…….

Fotos:

1 Gruppe nach der ersten Besprechung

2 Mitarbeiterinnen des documenta-Archivs

3 Herr Volker Stockmeyer, Vorsitzender der Stiftung 7000 Eichen

4 Spaziergang zu Beuys-Eichen im Stadtzentrum

5 erste und letzte Beuys-Eiche vor dem Fridericianum

6 Kunstwerk von T. Margolles (Leichenwasser von Kindern, die Opfer des Drogenkrieges wurden, tropft auf Heizplatten)

7 unsere Gruppe vor einem weiteren Margolles-Kunstwwerk

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